Drosseluferläufer – Steckbrief

Drosseluferläufer

Schlichtkleid

Drosseluferläufer (Actitis macularius)

Der Drosseluferläufer gehört zur Familie der Schnepfenvögel und zur Gattung der Uferläufer. 

Erscheinungsbild

Äußerlich ähnelt er sehr stark unserem heimischen Flussuferläufer. Die Bilder hier zeigen den Vogel im Schlichtkleid. Im Prachtkleid wäre die helle Brust mit dunklen Flecken überzogen, ähnlich wie bei einer Drossel. 
Er wird bis zu 22cm groß und kann bis zu 64g wiegen und ein Alter von etwa 12 Jahren erreichen.

Verbreitung

Drosseluferläufer

Prachtkleid

Er ist in Nordamerika sehr verbreitet und sucht in den Wintermonaten die Regionen Mittel- und Südamerikas auf.
Man findet ihn in seiner Heimat in Gewässernähe.
Seit dem Jahr 1900 wurden erst 13 Mal Exemplare in Deutschland gesichtet. Zuletzt 2012, 2020 und  nun im Februar 2021 in der Nähe von Kiel.
Es wird vermutet, dass diese sich verflogen haben oder bei Stürmen während des Zugs abgedriftet sind. Es gilt als unwahrscheinlich, dass sie lebend wieder ihre angestammte Heimat erreichen. Der Weg zurück über den Atlantik wird aufgrund der vorherrschenden Winde und Windrichtungen ungleich schwerer.
Da sie sich anscheinend nicht mit den bei uns heimischen, und dem Drosseluferläufer sehr ähnlichen Flussuferläufern verpaaren, steht den Drosseluferläufern in Deutschland also ein sehr einsames Leben, oder der Tod auf dem Atlantik bevor.
Ihr Bestand ist allerdings nicht gefährdet und somit kann die Natur die Verluste kompensieren. Unklar ist zudem wie viele Tiere auf Irrwegen schon unterwegs verloren gehen und gar nicht erst unsere Küsten erreichen.

Fortpflanzung

Sein Verhalten während der Fortpflanzung wird als Polyandrie bezeichnet. Das bedeutet, dass sich ein Weibchen von mehreren Männchen befruchten lässt und als Bodenbrüter, zwischen Mai und Juli, mehrere Gelege pro Jahr setzt. Die Männchen hingegen kümmern sich um die Brut und Aufzucht der Jungvögel.
Somit gibt es also sehr viele potentielle Nachkommen pro Brutsaison. 

Nahrung

Seine Nahrung besteht zum Großteil aus Insekten und deren Larven.

Ruf

Rufe

 

Flugrufe

 

Verhalten des “Kieler” Drosseluferläufers

Etwas Abseits des Spülsaums suchte er zwischen Steinen und im nahen Mauerwerk nach Nahrung. Hin und wieder wurde er auch noch fündig. Die eisigen Temperaturen von teils -16°C schienen ihm jedoch schon etwas zu schaffen zu machen und mittlerweile wird sein Zustand als etwas kritisch beschrieben. Manche Spaziergänger, Fotografen und Birder verhielten sich zudem nicht sonderlich einfühlsam dem Vogel gegenüber und so wurde er immer mal wieder aufgescheucht oder es wurden ihm Wege versperrt. In der jetzigen Notzeit kann das schon enormen Stress und eine Schwächung für ihn bedeuten. Als ich da war, waren max. ca. 10-20 interessierte Beobachter gleichzeitig vor Ort und verhielten sich allesamt sehr vorsichtig. Zum Teil wuchs die Zahl in späteren Stunden und Tagen angeblich aber auch auf ~50 Leute an. Einige versuchten wohl auch Handybilder zu machen und näherten sich bis unter die Fluchtdistanz des Drosseluferläufers und der Vogel musste immer wieder auffliegen. Ein unnötiger Energieverbrauch. Bitte verhaltet euch vorsichtig, nutzt lange Brennweiten sowie gegebenenfalls Telekonverter und gebt euch im Zweifelsfall mit Belegfotos zufrieden. Und lasst bitte kein Equipment, wie beispielsweise Stative stehen. Solche Gerätschaften scheinen ihn zu irritieren und seinen Bewegungsradius einzuschränken. Ich habe darauf verzichtet nochmal hinzufahren, hatte aber zugegeben auch schon einige Bilder im Kasten.
DrosseluferläuferFlußuferläufer

Auf Wikipedia gibt es noch etwas mehr Informartionen zum Drosseluferläufer.

 

 

Ein Kommentar:

  1. Pingback:Birdwatching oder: Wie finde ich Gleichgesinnte in der Natur? - Oceanblog

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