Noblex NS 20-60×80 ED Spektiv

Noblex 20-60x80Vorgeschichte

Nach meinem Bericht zum Noblex vector 10×42 Fernglas wurde ich von der Firma Noblex gefragt, ob ich mir mal eines der Spektive von Noblex angucken würde und einen Bericht dazu abliefern könne.
Ich nahm das Angebot gern an und so stellte mir Noblex das 20-60×80 Spektiv, inklusive dem Smartphone Adapter Celestron NexYZ, leihweise zur Verfügung. Das Spektiv nahm ich häufig zu meinen Ansitzen oder einfach zu Erkundungszwecken mit und verschaffte mir einen Eindruck zur Qualität und Handhabung. Nun also mein Erfahrungsbericht zum Leihgerät Noblex 20-60×80.

Das Noblex NS 20-60×80 ED mit dem Smartphone Adapter Celestron NexYZ

Bei dem Spektiv handelt es sich um ein stufenloses Zoom-Spektiv mit einer  20-60-fachen Vergrößerung. Der Vergrößerungsfaktor übertrifft den von handelsüblichen Ferngläsern, mit einem Vergrößerungsfaktor von 8-10, also bei weitem! Mit einem Objektivdurchmesser von 80mm ist es zudem deutlich lichtstärker als manch andere Spektive mit einem Durchmesser von „nur“ 60mm. Es eignet sich also auch für Beobachtungen in etwas lichtschwächeren Situationen.
Mit der Linsenvergütung, also der Beschichtung der optischen Gläser, wird außerdem eine hohe Farbneutralität und Wiedergabequalität, bei gleichzeitig hoher optischer Auflösung erreicht. Die Schärfe wird mittels zweier Drehwalzen eingestellt. Mit der größeren Drehwalze wird der Schärfebereich grob eingestellt. Das besondere ist, dass hier eine Umdrehung genügt, um den gesamten Schärfebereich abzudecken. Mittels der kleineren, vorderen Drehwalze, wird die Schärfe dann fein eingestellt. Diese Lösung empfinde ich persönlich als sehr praktisch, schnell und genau.

Vergrößerung – Beispiel

Noblex 20-60x80Um mal ein Gefühl für die 60-fache Vergrößerung zu vermitteln, seht ihr hier mal eine Fotomontage.
Aufgenommen mit 50mm Brennweite an einer Vollformat Kamera, entspricht der Blickwinkel ungefähr dem des menschlichen Sehfelds. Im Kreis erkennt ihr ein Gebäude am gegenüberliegenden Ufer  in ~6.5km Entfernung. In das Bild habe ich mal eine Aufnahme hinzugefügt, die den Bildausschnitt bei 60-facher Vergrößerung zeigt. Angefertigt habe ich sie mittels Smartphone und dem Smartphone Adapter durch das Okular des Spektivs.
Bedenkt bei der Betrachtung des Bildes bitte, dass das Motiv >6km entfernt ist und Staub sowie Hitzeflimmern auf diese Distanz eine leichte Unschärfe erzeugen. Trotzdem lassen sich Details noch sehr gut erkennen. Sogar die Segelnummer des roten Bootes war noch ablesbar.
An der rechten Seite des Gebäudes sind leichte chromatische Abberationen zu erkennen (der bläuliche Farbsaum). Ich bin mir allerdings nicht sicher ob diese vom Spektiv kommen oder ob mein Handy da überfordert ist. Bei der Nutzung des Spektivs mit dem Auge sind mir die CAs jedenfalls nicht aufgefallen.  

Einsatzmöglichkeiten

Noblex 20-60x80Vorstellbare Einsatzgebiete sind meiner Meinung nach alle Situationen in denen man Details bei weiter entfernten Motiven erkennen will. Beispielsweise bei der Bestimmung von Tierarten. Wenn ich also neue Spots auskundschafte kann ich gut erkennen, welche Vögel sich beispielsweise am Strand herum treiben. Durch den starken Vergrößerungsfaktor lassen sich Tiere auch Offshore beobachten und bestimmen. Für Ornithologen und Birder kann ich mir den Einsatz also schon mal sehr gut vorstellen.
Aber auch wenn man mal einen Waldrand abglasen möchte, um zu schauen ob sich dort Rehe usw. herumtreiben, kann man es gut verwenden. Für Sportschützen oder Jäger dürfte das Spektiv ebenfalls interessant sein. So können nach Distanzschüssen beispielsweise Schussbilder auf den Zielscheiben gut beurteilt werden.
Für astronomische Beobachtungen und Planespotting kann ich es mir ebenfalls vorstellen, da fehlt es mir allerdings an Erfahrung um es wirklich beurteilen zu können. Der in meinem Paket enthalene Smartphone Adapter bietet die Möglichkeit ein Smartphone am Okular zu arretieren und dann Fotos oder Videos aufzunehmen und seine Beobachtungen zu dokumentieren. Zum Adapter aber später mehr.

Technische Daten

OkulartypSchrägblick Okular
Ø Austrittspupille4.0-1.3mm
Dämmerungszahl69.3 - 40.0
Sehfeld auf 1000m38-17m
Ø Objektivöffnung80mm
Naheinstellgrenze6.7m
Gewicht1420g
GehäuseAluminium
Maße L/B/H440x98x171mm
Vergrößerungvariabel - 20-60 -fach
Wasserdichtja, 1m bis 30Minuten
Für Brillenträger geeignet?ja
Garantie10 Jahre
LieferumfangSonnenblende, Putztuch, Tasche, Schutzkappen, Smartphone Adapter
PreisUVP 499€

Handhabung und Qualität

Durch die mitgelieferte Tasche lässt es sich bequem und sicher transportieren. Die Nutzung ist auch mit der Tasche möglich. Alle Öffnungen sind mit Klett- oder Reißverschlüssen versehen und so hat man auch mit Tasche Zugriff auf alle relevanten Bauteile. Bei der Nutzung empfiehlt sich unbedingt die Nutzung eines Stativs. Bei den enormen Vergrößerungsmöglichkeiten ist es schwer, Freihand mit einem Spektiv dieser Art zu arbeiten. Aber nicht unmöglich. Durch die Stativschelle am unteren Bereich lässt es sich schnell an alle gängigen Stative adaptieren. Ich habe für meine Zwecke einfach eine Arca-Swiss Platte befestigt und konnte das Spektiv so schnell und problemlos mit meinen Stativköpfen und Stativen nutzen.
Durch die zwei Drehwalzen lässt sich die Schärfe schnell entsprechend einstellen und sehr fein justieren. Die Abbildungsleistung würde ich als sehr gut beurteilen. Die Schärfe ist gut und lässt sich zügig und genau einstellen. Chromatische Abberationen sind mir beim Durchblicken nicht aufgefallen, wohl aber auf einigen Fotos welche ich mit dem Smartphone mittels Adapter gemacht habe. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob da ggf. mein Handy für die CAs verantwortlich war.
Für mich war es anfangs wirklich sehr ungewohnt, mit einem Schräg-Einblick-Okular zu arbeiten. Daran habe ich mich allerdings schnell adaptiert und mit jeder Nutzung ging das „Finden“ von meinen Motiven dann auch schneller.
Die verwendeten Materialien wirken hochwertig und das Spektiv liegt gut in der Hand. Erfreulich ist hier das relativ geringe Gewicht von ~1.4kg. Da bin ich mit meinen langen und schweren Foto-Objektiven aber auch an schlimmeres gewohnt. Durch die Wasserfestigkeit muss man sich auch über den ein oder anderen Regenschauer keinen Kopf machen. Für Outdoor Einsätze ist es also durchaus brauchbar. 

Smartphone Adapter Celestron NexYZSmartphone Adapter Celestron NexYZ

Der Smartphone Adapter hat mich nicht so ganz überzeugt. Letztlich wird er am Spektiv festgeklemmt, dass Handy dann in einer Schale fixiert und die Kamera mittels verschiedener Drehknöpfe dann auf das Okular ausgerichtet. Die genaue Ausrichtung ist allerdings nicht einfach und es Bedarf etwas Übung. Bei meinem Modell hielt der Adapter auch nicht immer die eingestellte Position des Smartphones, es sackte ab und an mal 2-3 mm ab und ich musste dann nachjustieren. Eine Schraube kann die Friktionsstärke regulieren, davon steh allerdings nichts in der Anleitung. Von Werk aus etwas schwergängigere Justierungsmöglichkeiten wären hier von Vorteil. So ist die Kombination für meine Begriffe etwas zu fummelig.
Da mein Handy mit mehreren Kameras ausgestattet ist, muss ich es zudem jedes mal neu ausrichten, wenn ich von Foto auf Video umschalte und umgekehrt. Dafür kann der Adapter allerdings nichts, das ist ja Bauart bedingt von meinem Mobiltelefon.
Aber erwähnen möchte ich es trotzdem. Sobald man sich der maximalen Vergrößerung nähert wackelt das Bild dann mitunter auch schon ordentlich, wenn man den Touchscreen bedient. Das lag in meinem Fall aber nicht am Unterbau (Stativ & Stativkopf) sondern an der etwas Erschütterungsanfälligen Klemme des Celestron Adapters.
Hier bin ich durch die Fotografie aber auch Bajonett-Lösungen gewohnt. Vielleicht bin ich da nur zu empfindlich.
Unterm Strich ist der Adapter also „Nice to have“ aber da ist noch Luft nach oben. Wenn man statische Motive im Auge behalten will, wie beispielsweise Zielscheiben ist es allerdings eine brauchbare Lösung.

Noblex 20-60x80 SpektivFazit

Ein solides und gutes Spektiv welches mit einem recht guten Preis-Leistungsverhältnis daher kommt. Die optische Qualität und die gute Handhabung sowie Verarbeitungsqualität gefallen mir. Vergleichbare Spektive gibt es von anderen Herstellern zum Teil schon ab ~200€ . Beispielsweise von Bresser und Sanju. Allerdings fehlen mir hier jegliche Vergleichsmöglichkeiten. Das Noblex vector Fernglas hat mich ja schon überzeugt. Daher denke ich, dass man mit dem Spektiv hier auch gut liegen wird. Zumal auch 10 Jahre Garantie seitens Noblex geboten werden.
Mit dem Smartphone Adapter von Celestron bin ich nicht so ganz warm geworden. Er erfüllt aber er seinen Zweck, sobald man ihn einmal richtig eingestellt hat. Wenn man bedenkt, dass Bajonett-Alternativen deutlich mehr kosten, ist der Adapter für Gelegenheitsnutzer sicherlich trotzdem eine gute Möglichkeit das Beobachtete im Bild festzuhalten – oder einfach zu dokumentieren.

Das Spektiv könnt ihr natürlich auch wieder im Shop der Outlander LB beziehen.
Natürlich auch direkt über Noblex!

Outlander LB Shop

 


 

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