Wind beim Ansitz oder Pirschen

Die Sonne im Rücken, den Wind im Gesicht

Wer kennt ihn nicht den Spruch „Die Sonne im Rücken, den Wind im Gesicht“. Wenn man das beim Fotografieren in der Natur beachtet sollte nichts schief gehen, oder? Ein klares „Jaein“ wäre meine Antwort. Es kommt drauf an.
Spätestens wenn man es mit größeren Säugetieren und Raubwild zu tun hat sollte man sich, außer über die richtige optische Tarnung, auch über Geruchstarnung Gedanken machen. Eine Menge Motive auf vier Beinen da draußen haben halt einen super Geruchssinn. Reh- und Schwarzwild oder Füchse zum Beispiel.
Hier reicht es nicht mit der Umgebung rein optisch zu verschmelzen. Wenn sie einen hören oder gar riechen ziehen sie oft wieder ab. Woran kann das liegen?

Die Windrichtung

Generell macht es natürlich Sinn wenn der Wind aus Richtung der erwarteten Motive kommt. Der menschliche Eigengeruch wird somit nicht in Richtung des Wildes transportiert. Mit Glück verschwindet die Dunstwolke des Fotografen irgendwo hinter selbigen.
In einigen Fällen kann der Geruch sich jedoch auch gegen die generell vorherrschende Windrichtung verbreiten.

  • die Windrichtung ändert sich
  • der Wind wird abgelenkt

Die Windrichtung ändert sich

Darauf hat man natürlich keinen Einfluss. Es empfiehlt sich einfach bei der vorherrschenden Windrichtung ein paar Grad Abweichung beim Ansitz oder Pirschen mit einzuberechnen. Wenn man zum Beispiel an einem Knick oder Waldrand ansitzt, dann ist es nicht immer möglich den Wind genau im Rücken zu haben. Objekte vor Ort, oder auch einfach das Licht machen einem da oft einen Strich durch die Rechnung. Das ist oft auch nicht weiter wild. Bedenken sollte man allerdings, dass der Wind sich im Laufe einiger Zeit halt auch mal um ein paar Grad drehen kann.

Der Wind wird abgelenkt

Skizze Wind

dies ist ein Punkt den man ebenso kaum kontrollieren kann. Aber man sollte ihn zumindest im Hinterkopf haben.
Wenn man zum Beispiel am Waldrand ansitzt und der Wind kommt von vorn, wird der ankommende Luftstrom mit Sicherheit nicht  komplett in den Wald hinter euch einwehen. Bäume und Büsche, ggf. Felswände oder andere große Objekte, kleine Senken und Täler oder Lichtungen usw. lenken diesen ab. Teils zur Seite, teils nach oben. Es kann auch zu richtigen Verwirbelungen oder Fallböen kommen, die den Luftstrom in alle Möglichen Richtungen ablenken können. Ist dies der Fall können Gerüche durchaus auch mal mehrere Meter gegen die Hauptwindrichtung -> Richtung Motiv, abgelenkt werden. Ein ähnlicher Effekt wie bei der Gegenströmung im Wasser.
Ich habe mal versucht das kurz zu skizzieren und füge mal ein kleines Kunstwerk ein :)
Eventuell erklärt dies die Ein oder Andere Situation wo Wild vor euch schon geflüchtet ist und ihr euch gefragt habt weshalb das der Fall war.

Vermeiden, dass die Motive Witterung aufnehmen…

…kann man sicherlich nicht zu 100%. Dennoch empfiehlt es sich, das oben beschriebene in sein Verhalten vor Ort einzuplanen.
Falls ihr einen bestimmten Platz zum Ansitz im Kopf habt plant eure Annäherung im Vorfeld. Bedenkt dabei, dass ihr auch beim pirschen oder einfach dem Weg zum Ansitzplatz Duftspuren setzt. Euer Geruch wird verweht und Gras usw. nimmt den Geruch auf. Wenn ihr also dort langlatscht wo ihr erwartet, dass kurze Zeit später z.B. Rehwild aus dem Wald treten soll, wird es zumindest skeptisch oder vorsichtiger sein als im Normalfall ohne menschliche Witterung. Meiner Erfahrung nach spielt dies aber keine allzu große Rolle. Ich glaube, dass sie unterscheiden können ob da einfach vor ner Stunde jemand lang gestiefelt ist, oder ob da evtl. jemand im Busch sitzt.
Es gibt Kleidung mit speziell eingearbeiteten Fasern ,die angeblich geruchshemmend oder -eliminierend sein sollen. Zudem gibt es auch etliche Sprays und ähnliches, die den Eigengeruch überdecken sollen oder euch angeblich gar nach Wild riechen lassen soll.
Mit derartiger Kleidung oder Geruchsstoffen habe ich jedoch keine Erfahrung und kann dazu nichts sagen. Bislang habe ich durch vorsichtiges Verhalten und der Berücksichtigung des Windes auch so Erfolg verzeichnen können.
Wenig Wind oder gar Windstille abzuwarten ist natürlich auch eine Idee. Wer die entprechende Geduld und Zeit hat, kann natürlich versuchen, bei entsprechenden Wetterbedingungen loszuziehen.
Zieht ohne starken Geruch los. Also keine Klamotten vom Party Besuch des letzten Abends, verzichtet auf Parfum und ähnliches, stellt das Rauchen ein, dann klappt es bestimmt :)

Geruchstarnung die ich im Netz gefunden habe: (Werbung)

Tarnhaube

Outfox – Webseite mit vielen Infos rund um Tarnkleidung und Geruchs Tarnung

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.