Making Of: Graureiher – Ansitz am Seeufer mit Tarnnetz

Da ich mich selbst immer sehr für Making Of s in der Naturfotografie interessiere habe ich mich entschlossen auch hier das Ein oder Andere „Making Of“ zu zeigen.
Anfangen möchte ich heute mit einem Making Of eines geglückten Graureiher – Ansitztes und hoffe, dass evtentuell jemand was damit anfangen kann oder sich gar hilfreiche Informationen rausziehen kann.

Der Plan war, Reiher und andere Vögel an einem Seeufer aus einer tiefen Perspektive fotografieren zu können und sie möglichst nah vor der Linse zu haben.
Da die Vogelwelt am besagten Seeufer sehr scheu ist war klar, dass hier ordentlich mit Tarnung gearbeitet werden muß.
Es waren mehrere Ansitze nötig um zu den gewünschten Ergebnissen zu kommen. Zum Glück habe ich bei jedem erfolglosen Ansitz ein wenig hinzugelernt. So hat es dann schließlich geklappt :=)


Zur Situation am See:
Auf circa 100m Länge ist das Seeufer nahezu frei von Vegetation und das Ufer geht sehr flach zur Wasserlinie über. Zudem ist der See an dieser Stelle auch sehr flach.
Ideal also, um sich direkt am Ufer zu positionieren und das Stativ bodennah aufzubauen um später die gewünschte Perspektive bei den Fotos zu erhalten.

Nur wenige Meter vom Seeufer entfernt ist ein kleiner Elektrozaun einer angrenzenden Kuhweide. Hier musste ich tunlichst aufpassen, dass die Kühe mir nicht das Tarnnetz anknabbern. Einmal war anscheinend Stromausfall und die Kühe hoben einfach den Draht des Zaunes hoch, liefen drunter durch und umlagerten mich. Das ist zu m Glück glimpflich ausgegangen und die Technik blieb unversehrt.

Auf dem See und am Ufer sind häufig Reiher, Seeadler, Graugänse, Kormorane,Höckerschwäne, Haubentaucher, Schaf- und Bachstelzen, Kiebitze, diverse Möwenarten sowie ab und an ein Waldwasserläufer und Eisvogel zu beobachten.

Kuh-Zwischenfall (1 von 1)

Kühe haben einen Weg durch den anscheinend defekten Elektrozaun gefunden und begutachten neugierig den Teil der Ausrüstung, den ich noch nicht in Sicherheit bringen konnte.Auf dem folgenden Bild kann man den Kuh-Zwischenfall recht gut erkennen und bekommt zudem einen Eindruck vom Uferbereich. Zum Glück konnte ich da schon den Großteil des Equipments in Sicherheit bringen.

 

 

 


Die Tarnung:

Angefangen habe ich mit Tarnung im Flecktarn der Bundeswehr und einigen Tarnschals als Tarnung für Objektiv und Kamera. Gebracht hat es wenig, einzig einige Stelzen und Haubentaucher trauten sich mal näher ran.
Dann bastelte ich mir 6 Holzleisten, die ich vor Ort zum Ansitz in den Boden steckte und platzierte mein Tarnnetz darüber und legte mich dann darunter.
Ich wurde immernoch deutlich wahrgenommen. Anscheinend ist das Netz nicht blickdicht genug und Bewegungen usw. waren noch zu gut sichtbar.
Letztendlich lege ich mich jetzt mit Realtree Max4 Tarnklamotten unter das Tarnnetz. Hinzu kommen Tarnschals zur Objektivtarnung. Falls es mal verrutsch ist über dem Objektiv ebenfalls eine Realtre Max 4 Neopren Lens Coat,
Ergänzt wird das Ganze durch Handschuhe in … Realtree Max 4 sowie eine Kappe mit Tarnnetz vor dem Gesicht in …. Realtree Max 4.
Als sehr hilfreich haben sich Ellenbogenschützer erwiesen. Das macht es oft einfacher auf etwas rauen Untergründen in liegender Position zu verharren. 
Das große Paket hat letztlich den Erfolg gebracht und ich werde nicht mehr als Gefahr wahrgenommen.
Hier mal ein paar der Teile (Werbung):

Tarnung-NP

Hier zwei Fotos des Tarn Set-Ups … ohne Kühe :)

 


Zusätzliches Equipment:

Als sehr hilfreich erweist sich eine Bundeswehr Iso Matte, die sich auf ca Din A4 Größe zusammenfalten lässt und gut in den Rucksack passt. Wenn der Uferboden feucht ist, dann bietet das Ding eine Menge Schutz vor Nässe und erhöht den Liegekomfort zumindest marginal. (Die Ansitze dauern in der Regel so 4-5 Stunden)
Bei anderen Ansitzen dient sie auch gern als eine Art Kissen. Im zusammengeklappten Zustand.

Handyvideo von „Innen“

Hier ein Video welches ich unter dem Tarnnetz mit der Handy-Kamera aufgenommen habe.
Es zeigt einen Graureiher der seitlich an mir vorbeizieht und fleißig fischt. Da Stativ usw. so aufgebaut waren, dass ich nur nach vorne rausfotografieren konnte hier also eine Handyaufnahme.

Ein qualitativ hochwertigeres Video welches mit der eigentlichen Fotoausrüstung aufgenommen wurde findet sich „hier„:


Wenn es mit dem Ansitz klappt kann dann sowas heraus kommen:

Ich hoffe, dass jemand was mit dem Erfahrungsbericht anfangen kann.
Schöne Grüße und viel Spaß,

Sebastian

6 Kommentare:

  1. Tolle Aufnahme, und vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Hältst du wirklich liegend, 4-5 Stunden am Stück aus?
    Ich werd da immer zu schnell unruhig

    Ich möchte mir demnächst auch ein Tarnnetz anschaffen, um mich mobiler tarnen zu können. Momentan bin ich mit einem Tarnzelt unterwegs aber das ist schon manchmal etwas umständlich.
    Die BW-isomatte nutze ich auch. Da sie super in den Rucksack passt, ist sie immer dabei und ein klasse Helfer
    Kannst du mir eine gute Bezugsquelle für das Tarnnetzt empfehlen?

    Wünsche gutes Licht

    LG Maik

    • Hallo Maik!
      Naja 4-5 Studen halte ich unterm Tarnnetz durch, da man sich da in der Regel immer mal drehen oder auf die Seite legen kann. Je nach Ansitz und Wetter wird das Licht ja aber irgendwann zu hart oder es kommt Regen oder sonstwas und dann breche ich auch mal früher ab.
      Das schlimme ist oft der Tag danach, dann meldet sich manchmal Muskelkater in den Schultern :)
      Das Tarnnetz habe ich beim „Großen Fluß“ bestellt. Meine Variante ist „Berger+Schröter 2×3“. Momentan für ~30€ zu haben. Aber an Tarnnetzen gibt es ja ne riesige Auswahl. Schau einfach welches dir gefällt in Punkten wie Tarnung, Gewicht etc. In Military- und Jagdgeschäften kann man sich sicherlich auich mal welche aus der Nähe anschauenn.
      Schönen Gruß,
      Sebastian

  2. Wie schon bei der Ansitzhuette ein wertvolles Making Of. Danke.

  3. Gratuliere zu dem Foto! (ich glaube eine Karausche) -Genau mit diesem Tarnnetz habe ich auf einem kleinen Hochsitz gesessen um eine Wiesenweihe zu erwischen. Aber als Rückfront benutzte ich einen schwarzen Schirm. Von der Weihe über Brandgänse bis hin zu Turmfalken und einem Eichelhäher auf 8 Meter, alle sahen mich trotz der relativ grob gestalteten Tarnung nicht. Scheinbar ist entscheidend, dass man die „Durchsicht“ kompensiert. Eine dunkle Folie wäre bei der Größe Deines Netzes evtl. hilfreich :-)

    • Hallo Matthias und Danke für den Tipp.
      Grad bei tiefem Sonnenstand und quasi Hintergrundbeleuchtung ist man als Schatten bestimmt gut wahrnehmbar.
      Die Idee sich mittels dunklem Tuch oder was auch immer nach hinten abzugrenzen ist wunderbar.
      Bislang habe ich das ein paar Male mit einem Tarnschal gemacht. Aber evtl. ist ein dunkles Tuch oder so konsequenter.
      Guter Hinweis !
      Ahso. Karausche kann gut sein :)
      Sebastian

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