Kippflügel Krankheit – Enten & Gänse füttern?

Kippflügel

Foto: Tina B.

Heute (09.04.2021) erreichte mich eine Nachfrage zu einer verletzten oder kranken Kanadagans. Immer wieder fallen in Parks und Stadtseen vor Allem Enten und Gänse mit verstümmelten oder verdrehten Flügeln auf. Der Kippflügel Krankheit.
So denn auch heute.
Dies nehme ich jetzt zum Anlass, die “Mensch & Natur” Rubrik auf dieser Seite mal wieder mit etwas Inhalt zu füllen.
Nun aber los….


Kippflügel KrankheitKippflügel Krankheit

Ursachen und Zusammenhänge

Bei der Kippflügel Krankheit handelt es sich um eine krankhafte Veränderung im Zusammenspiel zwischen Gelenken und Muskulatur rund um die Handschwingen der Tiere.  Am häufigsten sind Gänse betroffen. Aber auch Enten und andere Wasservögel kann es erwischen. Im Fall der Krankheit wachsen die Federn schneller als Gelenke und Muskulatur auf die Zunehmende Belastung durch Gewicht und Beanspruchung reagieren können. So kommt es im Laufe der Zeit zu einer Fehlhaltung der Flügel und diese winkeln sich ab und Federn schleifen zum Teil auf dem Boden. Die spitzen Federkiele erhöhen die Verletzungsgefahr und Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze können zum Problem werden. Die betroffenen Tiere sind in der Regel Jungtiere und mitten in der Wachstumsphase.
 Mit auftreten der Krankheit sind sie Flugunfähig. Diese Fehlbildungen sind fast ausschließlich in Parks und Stadtseen zu beobachten. Es wird davon ausgegangen, dass es mit einer nicht artgerechten Nahrungsaufnahme und verminderter Bewegung während der Wachstumsphase zusammenhängt. Die Tiere werden oft mit Brot und Pommes oder ähnlichem gefüttert oder nehmen diese Nahrung im Park selbständig auf. Grad Brot als hoch kalorische und proteinreiche Kost scheint hier ein Problem zu sein, da es die Wachstumsgeschwindigkeit einiger Gewebe beeinflusst und es so zu Missverhältnissen kommt. Zudem quillt es im Magen auf und dieser ist recht schnell voll und der Entleerungsvorgang verzögert sich. Natürliche Nahrung findet nun kaum noch Platz und die Fehlernährung ist passiert.
Junge Wasservögel bewegen sich in parkähnliches Landschaften zudem weniger, da die Areale oder die Reviere in ihnen oft kleiner sind als in freier Wildbahn und die Tiere haben eine kürzere Fluchtdistanz. Bewegen sich also auch weniger, da sie seltener vor etwas flüchten. Die Muskulatur wird insgesamt also weniger trainiert als in der Natur.

Behandlung der Kippflügel Krankheit

Zumindest bei Jungtieren kann man mittels einer Bandage die Flügel für einige Tage in die korrekte Form, beziehungsweise Lage bringen. Diese Maßnahme  wird mit einer artgerechten Nahrung kombiniert. Die Fehlbildung kann sich so innerhalb weniger Tage zurückbilden und die Vögel sind wieder flugfähig, sobald Federn entsprechend nachgewachsen sind. Bei älteren Tieren ist die Behandlung seltener erfolgreich.
Die Behandlung setzt natürlich ein Einfangen und Verbringen in eine geeignete Pflegestation voraus.

Was ist zu tun wenn man ein krankes Tier entdeckt?

Manche Wildtierhilfe-Stationen nehmen entsprechende Tiere auf und pflegen diese. Ein Anruf kann also nicht schaden. Es sollte darauf verzichtet werde, die Tiere auf eigene Faust einzufangen. Es gilt als Wilderei, falls das nicht mit den zuständigen Jägern und Behörden abgesprochen und freigegeben wurde. Zudem sollte man es den Profis überlassen um sich und die Tiere nicht unnötigem Stress auszusetzen. Eine Entnahme der Tiere aus ihrem Revier kann zudem nur erfolgen, wenn sie nicht grad mit der Brut oder Aufzucht von Jungtieren beschäftigt sind! In Zeiten der Geflügelpest kann es sogar strafbar sein, Tiere umzusiedeln. Auch darauf muss dingend geachtet werden. 

Kanadagänse

Eine gesunde Kanadagans-Familie im natürlichen Habitat

Sollte oder kann man Enten, Gänse und andere Wasservögel füttern ? Darf man das überhaupt?

Ob man es darf oder nicht hängt von den Städten und Gemeinden ab. In manchen Ortschaften ist allerdings es verboten Tiere zu füttern und es kann geahndet werden.
Wasservögel brauchen selbst in starken Wintern nur selten die Hilfe des Menschen. Strenge Winter sortieren oft kranke und schwache Tiere aus. Allerdings haben sich manche Tiere ja bewusst in der Nähe des Menschen niedergelassen und finden nicht immer genug Nahrung in Stadtparks und ähnlichen Einrichtungen. Sollten sie in strengen Wintern nicht andere Gewässer aufsuchen, kann eine Zufütterung ihnen natürlich helfen. 

Wie fütterst du am Besten?

Grad für Kinder und naturliebende Menschen ist es natürlich trotz alledem toll, Tiere zu füttern. Dagegen ist, solange es denn erlaubt ist, auch nicht viel einzuwenden. Allerdings sollte man ein paar Dinge beachten.
Viele Vögel haben kein Sättigungsgefühl und fressen einfach alles was vor sie geworfen wird. Auch, wenn es Mengenmäßig etwas zu viel werden sollte. Als Nahrung eignen sich Getreide wie Hafer und Weizen, Obst und Gemüse sowie spezielles Wasservogelfutter. Auf Brot und Pommes oder generell gewürzte Speisen jeglicher Art sollte man unbedingt verzichten.
Die Nahrung sollte zudem nicht ins Gewässer geworfen werden sondern möglichst an Land ausgebracht werden. So vermeidet man eine Überdüngung und ein umkippen der Gewässer. Grad bei kleinen Tümpeln in Parks, mit wenig Wasserpflanzen, kann es schnell zu Problemen kommen. Wenn man das Gefühl hat, dass schon genug gefüttert wurde, auch von anderen Personen, sollten man am Besten mal drauf verzichten oder nur sehr wenig zufüttern.
Hier mal zwei Futterempfehlungen:

*Letzte Aktualisierung am 18.05.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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